Hi, Ich bin Tanja!

Ich freue mich, dass du hier bist! Ich schreibe hier über das Leben und teile meine Gedanken und Insights meiner ganz eigenen Reise als Coach, Sportlerin und Reisende, die ihre Heimat verlassen hat. Das ist kein Reiseblog, aber ich lade dich ein, mit mir auf eine ganz persönliche Reise zu gehen. Viel Spaß dabei!

Diese Themen findest du auf meinem Blog

Guten Morgen aus Grundafjördur. Die erste Straße, die ich hier gesehen habe bei meiner Einfahrt hieß „Grund“ und schon beim Anblick des kleinen Örtchens war mir klar, was der Grund für meine Wege hierher ist. Es ist zauberhaft hier und ich hatte schon auf dem Weg hierher das Gefühl, dass die Welt so im Ursprung eigentlich hätte aussehen sollen.

Das klingt vielleicht seltsam, aber ich bin nun seit 10 Tagen hier und so langsam haben sowohl Körper als auch Kopf einen ganz eigenen und, wie mir scheint, ursprünglichen Rhythmus. Großartig!

Das Ankommen und wieder Abreisen klappt mittlerweile auch ganz gut und ich nehme mir dennoch die Zeit, mich zuhause zu fühlen an jedem Ort, an dem ich mein Zelt aufschlage. Island macht es einem aber auch leicht.

Immer wieder treffe ich Menschen auf der Reise wieder, denen ich schon einmal irgendwo begegnet bin. Wie hier zum Beispiel Lala mit dem gelben Zelt, mit der ich mir in diesem Fjord verabredet habe, um weiter Richtung Norden zu fahren. Es ist ein schräges Gefühl am gefühlten anderen Ende der Welt, nach unzähligen Bergen und Fjorden, bei der Ankunft zu wissen: Da kommt gleich noch wer, den ich „kenne“. Verrückt!

Und so ist es auch ganz gut, dass wir alle mitllerweile via Internet bzw. Facebook verbunden sind. So weiß ich, dass Lala etwa gegen vier ankommen wollte, Scott noch im Snaefellesness Norden rumcruist und sich von den Möwen attakieren lässt und kann mir von Brian aus den USA nochmal schnell Campsite Tipps für die längeren Distanzen abholen (immer gern genommen: Tipps zu den Duschen und zur Windsituation 😉 ).

Ich fühle mich, als sei ich schon eine halbe Ewigkeit hier. Und das ist gut so. Gestern Abend lag ich erstmals in meinem Zelt, schaute auf den Fjord und konnte mir schon so gar nicht mehr vorstellen, wie es ist indoor zu wohnen. Das geht schon ziemlich schnell. Vor allem hier. Und vor allem wenn man ein Typ dafür ist..

Und dabei fühle ich mich auf meiner Solotour gar nicht mal so allein. Ich treffe immer wieder auf andere Abenteurer. Mit oder ohne Rad. Da wir alle sehr ähnliche Vorstellungen haben von dem was wir hier suchen oder finden wollen, sind wir dennoch alle sehr autark unterwegs und binden uns nicht zwanghaft.

Man tauscht Tipps aus (Duschen, Wind, Berge, Fahrradreparaturen, Radmitnahme im Bus..), isst mal gemeinsam oder wohnt „Tür an Tür“, aber fährt dann auch wieder getrennte Wege. Das ist schön so und so herrlich ungezwungen.

Besonders schöne Momente finde ich, wenn du stundenlang durch irgendwelche Berge cruist und dir plötzlich im Nirgendwo ein Radfahrer entgegen kommt. Man grüßt sich, selbstverständlich :-), lacht, freut sich…und im Grunde genommen weiß man auch genau, wie der andere sich gerade fühlt („Hah, noch son Verrückter!“) und welche Strecke er oder sie dann jetzt noch vor sich hat. Ein – wie ich finde – ganz besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl. Schön!

Neben all den Geschichten und Menschen, die ich nun schon mitgenommen habe, ist mir eine ganz besonders im Gedächtnis geblieben: Die Familie aus Dresden, die ich auf dem Campsite in Stykkisholmur getroffen habe. Mit vier (!) Kids! Das erste Mal Camping, und dann auch gleich noch in Island. Und nicht mit Auto oder so nem Schnickschnack. Nein, mit dem Linienbus. Verrückt sind die! Und dabei so unglaublich toll!

Nahezu alle haben sie für verrückt erklärt angesichts ihrer Tour. Und sie haben es einfach gemacht! Großartig! Das war schon immer schön mit anzusehen, wenn es da um die alltägliche Logistik ging – Essen machen auf dem Kocher, Zelte auf-/abbauen…

Da sollte ich mich doch nochmal über meinen täglichen Umzug beschweren..

Ihr Gepäck hatten sie auf einem Kanutrailer verstaut, der dann immer von den jeweiligen Bushaltestellen zum Camping gezogen werden musste. Man muss einfach nur Lösungen finden, dann geht doch auch einfach alles.

Sonstige lessons learned aus den bisherigen Tagen, die ich vermelden kann:

  • Nach einem Berg folgt auch immer irgendwann ne Abfahrt. Man muss nur fest dran glauben…
  • Freibad bei 11 Grad muss nicht unbedingt schlecht sein..
  • Packe alles ein, von dem du denkst, du brauchst es irgendwann.

Und dann packe eta 1/3 wieder aus. Oder verschicke später ein Paket für unschlagbare 35€ zurück nach Hause…

  • Wenn irgendwo steht, der Campsite hat ne Dusche, dann heißt das…

a) nicht unbedingt, dass es wirklich eine gibt

b) nicht unbedingt, dass sie indoor ist

c) nicht unbedingt, dass sie auch warm ist

d) manchmal auch, dass du im naheliegenden Schwimmbad duschen musst. Gegen Extra Gebühr..

Wie dem auch sei. All das lässt mich immer entspannter werden und Island ist so wie ich es kenne. Nichts ist festgeschrieben. Weder das Wetter, noch die Straßen, die Duschen, die Menschen, die Wege..

Iceland you never know..

Und dafür sind wir doch alle hier, oder?

Ich habe übrigens nun die 300km Marke geknackt und lege heute eine kleine und morgen eine größere Strecke mit dem Bus zurück, weil ich nach dem etwas längeren Aufenthalt im Westen nun gern endlich auch im Norden durchstarten möchte und ich mittlerweile ohnehin mehr querfeldein als Ringroad fahre.

Auch das war eigentlich nicht so mein Plan. Ich fahre also weniger „um Island herum“ als „In Island herum“. Und das ist gut so. Denn: Ich merke, ich bin nicht so der Typ, der einfach die Kilometer abreisst um einmal rumzukommen. Es gibt so viel zu entdecken abseits der festgelegten Routen. Ich mag Trampelpfade wohl ganz gern. Und werde das auf meiner Tour weiter beherzigen.

Damit es so toll bleibt wie es ist.

Schön, dass du mir hier folgst bei meinen Abenteuern <3

Takk Fyrir und sonnige Grüße aus Grundafjördur,

Tanja

Von tanja ney

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